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Soziale Medien im mobilen Umfeld

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Social-Media-Plattformen

Soziale Medien, oder Social Media, bezeichnen digitale Medien und Technologien, die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu gestalten. Soziale Interaktionen in sozialen Medien gewinnen zunehmend an Bedeutung und wandeln mediale Monologe (one to many) in sozial-mediale Dialoge (many to many). (http://de.wikipedia.org/wiki/Social_Media.)

Durch die digitale Mobilisierung der Gesellschaft kommt den Social Media immer grössere Bedeutung zu.

Es existiert eine Vielzahl an Formen von Social-Media, die wichtigsten sind klassische Social Networks, Weblogs, Foren, Wikis und Podcasts.

In den deutschsprachigen Ländern bekannte Social-Media-Plattformen sind:

  • Facebook.com
  • Twitter.com
  • XING.com
  • flickr.com
  • youtube.com
  • linkedin.com
  • myspace.com
  • Google+
  • Tumblr.com
  • Stayfriends.com
  • Studivz.net
  • wer-kennt-wen.de

… um nur einige zu nennen. Es gibt noch andere, manchmal nur regionale oder auch zielgruppenspezifische Social Networks.

Mobile Apps und Social-Media-Plattformen

Die heute wohl am meisten verwendete Social-Media-Funktion ist die „Share“-Funktion, die bereits von verschiedenen Online-Auftritten bekannt ist. Bei Apps von Newsportalen, wie beispielsweise 20minuten.ch, können Artikel zwecks viralem Effekt mit teils sehr hoher Reichweite auf Facebook oder Twitter publiziert und mit dem eigenen Netzwerk geteilt werden.

Twitter hat seinen Marktanteil markant steigern können. Eine Studie der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich unter dem Thema „Schweizer Grossunternehmer im Social Web 2012“ kommt zum Schluss, dass der Dienst vermehrt in die Kommunikation der Unternehmungen eingebaut wird. (http://www.thomashutter.com/index.php/2012/02/social-media-folgestudie-schweizer-grossunternehmen-im-social-web-2012/)

Ende März 2011 stellte Google den neuen Dienst Google+ vor. Ähnlich dem „Gefällt mir“-Button von Facebook können angemeldete Nutzer Suchergebnisse und Anzeigen mit einem Klick auf den +1-Knopf markieren. Daraufhin wird das Suchergebnis in eine Merkliste im eigenen Google-Profil aufgenommen, außerdem werden andere Nutzer mit dem Hinweis informiert, dass dieses Ergebnis jemandem gefällt. Google versucht mit dieser Initiative der eigenen Suche eine soziale Schicht hinzuzufügen, da Google davon ausgeht, dass ein Suchresultat für einen Nutzer eine höhere Relevanz erhält, wenn eine ihm bekannte Person den Inhalt bereits als interessant empfunden hat.

Die Applikationsanbindungen an Social Networks können meist kostengünstig durch bereitgestellte Programmierschnittstellen (API) erfolgen (z. B. Facebook Connect).

Auf Facebook wird dem Unternehmen dann eine Facebook-Applikation bereitgestellt, die gepflegt werden muss. Die Anwendung soll nur auf die wirklich benötigten User-Daten zugreifen, sonst besteht das Risiko, dass die User diese ablehnen und die Applikation nicht genutzt wird.

Nicht zu verwechseln sind Facebook-Fan-Pages mit Facebook-Applikationen. Aber beide müssen betreut werden!

Facebook

Die Geschichte von Facebook startet im Jahr 2004 mit einem Auftrag von Cameron und Tyler Winklevoss an Mark Zuckerberg, ein soziales Netzwerk zu programmieren. Das Netzwerk hatte zuerst den Namen ConnectU. Die zwei Auftraggeber berufen sich bis heute auf ihr geistiges Eigentum.

Eine Chronik des Erfolges (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,812781,00.html):

  • Die offizielle Geschichte von Facebook begann am 4. Februar 2004 in Cambridge/Massachusetts, USA.
  • Am 13. April 2004 haben Mark Zuckerberg und Eduardo Dusten Thefacebook.com offiziell als Firma eingetragen.
  • Im Juni 2004 stieg der erste Investor mit 500‘000 Dollar ein, Peter Thiel.
  • Im selben Monat stiess Sean Parker hinzu, Gründer von Napster und Urgestein der IT-Szene.
  • Im Dezember 2004 feierte FB die erste Million User.
  • Im Mai 2005 findet eine 2. Finanzierungsrunde statt, mit 13 Mio. Dollar.
  • Im Dezember 2005 hat Facebook 5,5 Mio. User.
  • September 2006: erste grosse Änderung bei den Mitmachbedingungen, neuerdings kann jeder mitmachen, also nicht nur Studenten und Schüler.
  • Auch im September macht Yahoo! ein Milliardenangebot, Zuckerberg lehnt ab!
  • Ende 2006 hat Facebook 52 Millionen User.
  • Mitte 2007 öffnet Facebook das Netzwerk für externe Entwickler, das Datenschutzproblem fängt an zu wachsen.
  • November 2007 werden die Facebook Ads geboren.
  • März 2008 Facebook versteht jetzt auch Deutsch.
  • Facebook legt sich mit StudiVZ an, Vorwurf: KOPIE.
  • Mai 2009: Digital Sky Technologies (Mail.ru) wirft 200 Mio. $ in die FB-Kasse.
  • Im Dezember 2009 schaltet der 350 millionste User auf, mittlerweile hat Facebook 900 Mitarbeiter und einen Umsatz von 775 Millionen Dollar.
  • April 2010: die Datenschutzklagen werden lauter.
  • Juli 2010: die Halbe-Milliarde-Hürde bei den Profilen ist geschafft.
  • August 2010: Facebook Places wird eingeführt.
  • Dezember 2010: die automatische Gesichtserkennung wird getestet.
  • Dezember 2010: der Umsatz übersteigt 2 Milliarden Dollar, der Wert steigt, erste Börsengelüste werden laut.
  • Februar 2010 arbeiten mehr als 2000 Leute bei Facebook.
  • Über das Netzwerk werden Partys organisiert, z. T. mit chaotischen Folgen, bei einer Geburtstagsfeier kommen 1500 Personen.
  • Am 23. September 2011 wird die Facebook Chronik eingeführt.
  • Im Juli 2011 ist die dreiviertel Milliarde geschafft.
  • Ende 2011, die Datenschutzprobleme nehmen zu, in vielen Ländern gehen die Datenschützer auf die Barrikaden.
  • Im Februar 2012 gibt Facebook den offiziellen Börsengang bekannt.
  • Der Marktwert wird auf 100 Milliarden $ geschätzt.

Wieso dieser Erfolg?

Apple machte ab 2008 mit dem iPhone die Datenzugänge frei, die es braucht, um einen solchen viralen Erfolg zu feiern. Ohne Datenflatrates bei den Mobile Abos hätte Facebook nie diese Verbreitungsgeschwindigkeit erfahren. Die konsumierten Datenmengen hätten alle Benutzer mit den alten Tarifen in den Ruin getrieben!

=> Somit ist das Mobile ein zentraler Antriebsfaktor geworden!

Facebook verstand es, seine Plattform vom Internet weg sofort in die neuen mobilen Kanäle zu tragen. Die Kombination von ALLEN Kanälen brachte den Erfolg.

Twitter

Twitter wurde 2006 in San Francisco gegründet. Seine Hauptaufgabe ist denkbar einfach: Kleine Informationen in Echtzeit verbreiten. Der Dienst wird der Kategorie Micro-Blogging zugeschrieben.

Heute nutzen den Dienst Millionen von Menschen. Vermehrt wird Twitter auch in der Unternehmenskommunikation eingesetzt. Gemäss Jack Dorsey (Twitter-Mitbegründer) nutzen Ende 2011 bereits über 100 Millionen Menschen den Dienst mindestens einmal im Monat. (http://www.nzz.ch/nachrichten/digital/twitter_wachstum_merkel_dorsey_1.15999106.html)

Twitter ist heute das schnellste Kommunikationsmittel. Es ist schneller als telefonieren, Emailen und anderen Verbreitungsmethoden. Genügend Follower vorausgesetzt, lassen sich Informationen in kürzester Zeit Weltweit verbreiten.

Hinweis:

Der Arabische Frühling basiert in grossen Teilen auf die Informationsgewalt von Twitter. (http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/nzz_internet_medien_online_1.12661813.html.)

Genau wie bei Facebook oder anderen Social Media Tools war die Daten-Flatrate, die von Apple ab 2008 durchgesetzt wurde, der Nährstoff für das exponentielle Wachstum. Mehr noch als bei anderen Diensten hängt Twitter stark an der mobilen Verwendung. Eine Information, die nicht innert Sekunden als Tweet abgesetzt werden kann, gilt als veraltet und das Smartphone ist das einzige Gerät, das immer verfügbar ist.

Twitter App Clients:

Zur breiten Verteilung steht eine Reihe von Tools, die auf unterschiedlichsten Devices und OS angebunden werden können.

Google+

Google setzt auf Bewährtes, andererseits bietet es auch eine Palette an neuen Social Plug-ins (http://g-plusblog.de/google-plus-projekt). Nach seinem furiosen Start wurde es schnell still um G+. Obschon Google versucht mit aller Macht in die Gefilde von Facebook & Co. einzubrechen, sind die Resultate eher ernüchternd (http://online.wsj.com/article/SB10001424052970204653604577249341403742390.html).

Das Wall Street Journal hat eine Statistik veröffentlicht, die zeigt, wie „klein“ das soziale Netzwerk von Google eigentlich ist. So verbringen die User ca. 3,3 Minuten pro Monat auf Google Plus. Im Gegensatz dazu verbringen die User auf Facebook 7,5 STUNDEN!

Nutzerverhältnis in Minuten pro Monat und Kanal (Quelle: WSJ (Februar 2012))

Eine weitere Grösse ist der direkte Vergleich mit einem bekannten Star (Lady Gaga)

Im April 2013 kamen auf folgende Plattformen folgende Zahlen zusammen: http://www.socialbakers.com/facebook-pages/celebrities/

Soziale Networks Marktanteile April 2013 (Quelle: Mirosch Gerber)

Nicht unterschätzt werden darf jedoch der immer stärker werdende Einfluss von Google+ auf die Suchresultate. Dadurch, dass Google den Dienst immer weiter mit anderen Google-Diensten verknüpft werden auf Google Maps z.B. unterschiedliche Restaurants hervorgehoben je nachdem, wie der Nutzer andere Restaurants bewertet hat. Die Nutzerbewertungen tauchen auch in der Google-Suche und direkt auf Google Maps auf.

Die aufstrebenden Neuen Applikationen

Tumblr (www.tumblr.com) ist ein beliebter Microbloggingdienst. Mit der simplen, aber sehr flexiblen Benutzeroberfläche lassen sich Texte, Links, Bilder, Videos einbinden, und das Wichtigste: man kann kreuz und quer kommentieren, beim Surfen ein Klick und schon ist es eingebunden. Zusätzlich können die Posts anderer User übernommen werden und weiter diskutiert werden. Das spart Zeit und Aufwand. Tumblr hat bereits 55 Millionen Blogs und hat schon 22 Milliarden Posts erzeugt.

Pinterest (www.pinterest.com) ist eine virtuelle Pinnwand. Die Pins (P) können über Produkte verteilt werden. An die Pinnwände können auch andere Personen Kommentare schreiben oder weiterleiten. Der Sinn dahinter ist das einfache Wiederfinden von Produkten/Beiträgen im Internet und die einfache Diskussion darüber mit Freunden Bekannten und neuen Personen.

Die vorgestellten Applikationen gelten alle als Anwärter für eine neue Killerapplikation. Ob sie es schaffen, wird sich zeigen.

Community Management

Es braucht für alle von Communitys genutzten Social Networks Mitarbeiter, die diese betreuen und pflegen. Eine Social-Media-Präsenz fängt mit der Aufschaltung erst an. Sie bedarf laufender und je nach Grösse auch intensiver Betreuung mit dem nötigen Know-how.

Der Community-Manager muss beispielsweise wissen, wie er im Sinn der Unternehmensphilosophie kommunizieren darf. Die Integration von Social Media in den Kommunikationsplan mit der dazugehörigen Massnahmenplanung ist heute eine Pflicht.

Ohne laufende Analyse der gewählten Kanäle und die rasche und klare Kommunikation kann ein harmloser, gleichzeitig widersprüchlicher Sachverhalt in einem Fiasko enden. Der Fall MAMMUT und seine Haltung zum CO2-Gesetz soll hier als exzellentes Schulbeispiel erwähnt werden (http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Mammut-am-SocialMediaPranger-/story/30636616). Die Bergsportmarke Mammut positionierte sich mit dem Wirtschaftsverband Economiesuisse gegen das kommende CO2-Gesetz. Das sorgte für grossen Unmut, weil sich Mammut in der Werbung als naturnahe und umweltbewusste Marke gibt. Daraufhin brach ein grosser Shitstorm über Mammut herein.

Eine in den Social Media ausser Kontrolle laufende Aktion nennt man einen „Shitstorm“ ‑ eine „Empörungswelle“. Siehe auch Themenbereich Social Media von Jörg Eugster (Shit Storm (Shitstorm)).

Shitstormskala nach Barbara Schwede (Quelle: barbaraschwede.ch)